Miteinander oder gegeneinander? Warum die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik gerade jetzt entscheidend ist.

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In vielen Gemeinden und Städten haben sich die neu gewählten Exekutiven bereits konstituiert. In anderen stehen die ersten Sitzungen und die Ressortzuteilungen noch bevor. Damit beginnt für viele Behördenmitglieder eine spannende, aber auch anspruchsvolle Phase: die Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Genau diesem Thema widmeten wir uns am 6. Next Gen Swiss Public Finance Event im Workshop «Miteinander oder Gegeneinander? Wie gelingt der konstruktive finanzpolitische Alltag an der Schnittstelle von Verwaltung und Politik?».

Unterschiedliche Rollen, gemeinsames Ziel

Die Ausgangslage ist in praktisch jeder Gemeinde ähnlich: Verwaltung und Politik verfolgen dasselbe Ziel – eine funktionierende und zukunftsfähige Gemeinde. Dennoch entstehen immer wieder Spannungen.

Der Grund liegt häufig nicht in fehlendem Engagement oder mangelnder Fachkompetenz. Vielmehr treffen unterschiedliche Rollen, Verantwortlichkeiten und Perspektiven aufeinander.

Während die Verwaltung Kontinuität, Fachlichkeit und eine rechtskonforme Umsetzung sicherstellen muss, trägt die Politik die Verantwortung für die strategische Ausrichtung und die demokratische Legitimation von Entscheidungen. Diese unterschiedlichen Blickwinkel sind wichtig und notwendig. Sie führen aber auch zu unterschiedlichen Erwartungen.

Besonders sichtbar wird dies in der finanziellen Führung. Budgetdiskussionen, Investitionsvorhaben oder Sparmassnahmen sind selten reine Finanzthemen. Sie berühren politische Prioritäten, öffentliche Erwartungen und operative Herausforderungen gleichzeitig.

Der Einstieg entscheidet oft über den späteren Erfolg

Ein zentrales Diskussionsthema war die Einführung neuer Behördenmitglieder.

Viele Gemeinden investieren viel Zeit in die Übergabe von Dossiers und Informationen. Deutlich weniger Aufmerksamkeit wird teilweise der Frage gewidmet, wie neue Behördenmitglieder auf ihre Rolle vorbereitet werden.

Dabei zeigen Erfahrungen aus verschiedenen Gemeinden, dass ein strukturierter Einstieg einen erheblichen Einfluss auf die spätere Zusammenarbeit hat. Schulungsangebote der Kantone, Einführungsveranstaltungen, klare Rollenklärungen sowie frühzeitige Gespräche zwischen Ressortvorstehenden und Verwaltung schaffen Orientierung und reduzieren Missverständnisse.

Ein guter Einstieg ist kein Zufall. Er wird bewusst organisiert.

Konflikte entstehen oft durch fehlende Klarheit

Im Workshop wurde deutlich, dass viele Konflikte weniger mit dem eigentlichen Sachgeschäft als mit unklaren Zuständigkeiten zusammenhängen.

Wer muss informiert werden? Wer entscheidet? Wer führt aus? Wann wird ein Thema politisch relevant? Wann muss die RPK einbezogen werden?

Solche Fragen sind häufig grundsätzlich geregelt, beispielsweise in der Gemeindeordnung oder in Organisationsreglementen. Im Alltag gehen diese Regeln jedoch teilweise vergessen oder werden unterschiedlich interpretiert.

Gerade bei sensiblen Themen wie Personalfragen, grösseren Investitionen oder Budgetabweichungen können daraus unnötige Spannungen entstehen.

Ein einfaches Werkzeug für den Alltag

Im Workshop diskutierten wir deshalb einen einfachen «Klarheits-Check», der bei neuen Themen, Kommunikationsproblemen oder nach Konflikten eingesetzt werden kann.

Dabei werden vier Fragen systematisch beantwortet:

  1. Ist das Thema politisch oder operativ?
  2. Wer wird wann informiert?
  3. Wer entscheidet und wer führt aus?
  4. Welche Auswirkungen hat das Geschäft – finanziell, organisatorisch oder reputationsbezogen?

Das Ziel dieses Ansatzes ist nicht, bestehende Regelwerke zu ersetzen. Vielmehr hilft er dabei, die in Gemeindeordnung und Organisationsreglement festgelegten Zuständigkeiten im Alltag konsequent anzuwenden.

Besonders wertvoll wurde der Ansatz dort, wo die Teilnehmenden reale Praxisfälle einbrachten und diese gemeinsam analysierten.

Perspektivenwechsel schafft Verständnis

Ein Höhepunkt des Workshops war der bewusste Perspektivenwechsel.

Verwaltungsmitarbeitende argumentierten aus Sicht der Politik, während Behördenmitglieder die Perspektive der Verwaltung einnahmen.

Dabei zeigte sich einmal mehr: Viele Konflikte entstehen nicht durch fehlenden Willen zur Zusammenarbeit, sondern durch unterschiedliche Rahmenbedingungen und Zwänge.

Politische Entscheidungsträger stehen unter öffentlichem Druck und müssen Interessen abwägen. Verwaltungsmitarbeitende müssen Risiken beurteilen, Rechtssicherheit gewährleisten und Entscheidungen umsetzen.

Wer die Perspektive der anderen Seite versteht, kann viele Konflikte entschärfen, bevor sie entstehen.

Gute Zusammenarbeit entsteht nicht von selbst

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Workshop lässt sich einfach zusammenfassen:

Gute Zusammenarbeit entsteht nicht von selbst. Sie wird bewusst gestaltet.

Vertrauen, klare Rollen, transparente Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis der Verantwortlichkeiten bilden die Grundlage dafür. Gerade zu Beginn einer neuen Legislatur bietet sich die Chance, diese Grundlagen bewusst zu schaffen und die Zusammenarbeit aktiv zu gestalten.

Miteinander oder gegeneinander?

Die Antwort ist offensichtlich. Die grossen Herausforderungen der kommenden Jahre lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Dort, wo Verwaltung und Politik miteinander statt gegeneinander arbeiten, entstehen Vertrauen, tragfähige Entscheidungen und nachhaltige Lösungen.

Wir wünschen allen Behördenmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitenden und ihren Teams viel Erfolg dabei, ihre Stadt oder Gemeinde gemeinsam weiterzuentwickeln. Nutzen Sie die unterschiedlichen Perspektiven, respektieren Sie die jeweiligen Rollen und gestalten Sie die Zusammenarbeit aktiv. Denn die besten Lösungen entstehen dort, wo unterschiedliche Sichtweisen nicht trennen, sondern verbinden.

KI generierte aus den Inhalten dieses Blogbeitrags, mit Klarheits-Check – 19.06.2026

Dieser Beitrag wurde aus den Diskussionen der Workshops des 6. Next Gen Swiss Public Finance Events am 19. April 2026 inspiriert, das sich dem Thema «Finanzielle Führung im Milizsystem: Chancen und Herausforderungen» widmete.

Autoren: Louis Mouwen (Stadt Schlieren), Michelle Faesch (Gemeinde Volketswil)